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Information ist ein Kinderrecht

Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich über alles zu informieren, was sie betrifft und was sie interessiert. Sie haben das Recht Fragen zu stellen, Beobachtungen zu machen und Dinge selbst auszuprobieren. Medien wie Zeitungen, Bücher, Radio, Fernsehen und Internet liefern vielfältige Informationen, zu denen Kinder und Jugendliche Zugang haben sollten. Das besagt Artikel 17 der Kinderrechtskonvention. Darin haben sich die Staaten außerdem verpflichtet, Kindern und Jugendlichen nicht nur Informationen und Material aus dem eigenen Land, sondern auch aus anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. Sie wollen darauf achten, dass die Medien bei ihren Veröffentlichungen auch wirklich die Bedürfnisse und Interessen der Kinder im Blick haben und für Kinder bedeutsame und geeignete Informationen veröffentlichen.
 
Kinder und Jugendliche haben nicht nur das Recht, sich Informationen zu beschaffen. Sie haben auch das Recht, ihre Meinung frei zu äußern und zu verbreiten, auch über ihre nähere Umgebung hinaus. So steht es in Artikel 13 der Kinderrechtskonvention. Ungeachtet von Staatsgrenzen dürfen sie sich Informationen und Meinungen jeder Art mündlich oder schriftlich, durch Bilder oder Musik beschaffen, empfangen und weitergeben. Schätzungsweise 300 Millionen Kinder weltweit haben keinen Zugang zu Radio, Fernsehen oder Zeitungen.

 

Mit Informationen verantwortungsvoll umgehen

Zur Meinungs- und Informationsfreiheit gehört auch der verantwortungsvolle Umgang mit Informationen. In der Kinderrechtskonvention haben die Staaten sich deshalb auch verpflichtet, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Kinder möglichst nicht an Nachrichten und Informationen kommen, die ihnen schaden können. In Deutschland ist z.B. die Verbreitung von Medien mit Inhalten wie Pornographie, besonderen Gewaltdarstellungen und Aufstachelung zum Rassenhass an unter 18- Jährige verboten. Auch bei Filmen gibt es Zugangsbeschränkungen je nach Alter.

Mit Hinweis auf den Kinder- und Jugendschutz müssen auch Bibliotheken und Schulen, deren Internet-Zugänge von Kindern benutzt werden können, mit einem Filter ausgestattet sein, um jugendgefährdende Seiten für Kinder zu sperren. Selbstverständlich dürfen auch die Kinder selbst keine Informationen verbreiten, die anderen schaden können. Das Kinderrecht auf Informations- und Meinungsfreiheit ist ein sehr wichtiges Recht. Denn damit Kinder ihr Recht auf Beteiligung und Mitbestimmung wahrnehmen können und von Erwachsenen ernst genommen werden, müssen sie sich zuerst möglichst umfassend informiert und verschiedene Meinungen und Gesichtspunkte kennengelernt haben.

 

Woher bekommen Kinder Informationen?

Um Informationen über all das zu bekommen, was in der Welt passiert, was Kinder wissen wollen und was für sie wichtig ist, sind die Medien besonders wichtig. Als Informationsquellen können Kinder alle Medien nutzen, die „Printmedien“ und die „audiovisuellen Medien“. „To print“ heißt auf Englisch „drucken“. Als Printmedien werden deshalb die Medien bezeichnet, die gedruckt erscheinen, wie Tages- und Wochenzeitungen, Zeitschriften zu unterschiedlichen Sachthemen, Kinder- und Sachbücher und Lexika. Das Wort „audiovisuell“ ist eine Zusammensetzung aus den lateinischen Wörtern „audire=hören“ und „videre=sehen“. „Audiovisuelle Medien“ sind demzufolge Medien, bei denen die Informationen in Ton und Bild dargestellt werden, wie bei Radio, Fernsehen, CDs, Filmen und im Internet. Wichtige Informationsquellen sind auch Ausstellungen und Museen.

Aber nicht nur die Medien liefern Informationen. Ihr bekommt sie auch direkt von anderen Menschen, durch das Befragen von „Betroffenen“, von Fachleuten, Zeitzeugen und Verantwortlichen wie Politikerinnen und Politikern, Firmeninhabern usw. Ihr könnt Eure Fragen persönlich oder telefonisch, in Briefen oder E-Mails stellen. Versetzt Euch in die Lage der Betroffenen: Beobachtungen, Experimente oder Selbst-Versuche liefern weitere Erkenntnisse.

 

Fakten oder Fakes: Wie glaubwürdig sind Medien?

Besonders beliebt zur Informationsbeschaffung sind Fernsehen und Internet. Diese Medien verfügen heute über die technologischen Möglichkeiten, um ein breites Publikum leicht verständlich und schnell mit Informationen über die Ereignisse in der Welt zu versorgen. Das Fernsehen gilt als das glaubwürdigste Medium. Bildern glauben wir besonders gerne. Aber Vorsicht: Die Bilder liefern nicht immer „wahre“ Informationen. Das Bild, das wir sehen, kann z.B. nur ein Ausschnitt sein. Das ganze Bild zeigt vielleicht etwas ganz anderes als das, was berichtet wird. Bilder können bearbeitet werden. Es kann etwas hinzugefügt oder weggenommen werden. Wir können auch nicht überprüfen, ob ein Bild wirklich „live“ übertragen wird oder ob es sich vielleicht doch nur um eine Aufzeichnung handelt. Wir können nicht überprüfen, ob ein Bild „Fakten“, also Tatsachen zeigt oder „Fakes“. „Fake“ ist englisch und bedeutet so viel wie „Schwindel oder Fälschung“. In Deutschland sind Medien dazu verpflichtet, wahrheitsgetreu zu berichten. Dennoch werden sie auch dazu benutzt, Meinung zu machen. Nachrichten werden, z.B. häufig von Politikerinnen und Politikern und von anderen, die dazu die Möglichkeit haben, gezielt eingesetzt oder weggelassen, um eigene Interessen durchzusetzen. So wird z.B. oft nur über Kriege berichtet, die für die Großmächte von Interesse sind. Die guten Absichten der eigenen Seite werden betont, immer kämpfen die Guten gegen die Bösen.

Medien liefern niemals ein reines Abbild der Wirklichkeit. Von besonderer Bedeutung ist aber, dass es den Medien in Deutschland nicht verboten ist, alle wichtigen Nachrichten zu veröffentlichen, auch wenn sie der Regierung unangenehm sind. In vielen anderen Ländern verhält sich das anders: Mehr oder weniger offen und in unterschiedlichen Abstufungen wird „Zensur“ ausgeübt. „Zensur“ bedeutet, dass der Inhalt einer Information vom Staat überprüft wird, die Medien werden überwacht, die Informations- und Meinungsfreiheit wird eingeschränkt. Die Menschen dürfen nicht offen mitteilen, was sie wissen und was sie denken. Für solche Zensurmaßnahmen gibt es religiöse, weltanschauliche und politische Gründe.

 

Vorsicht beim Internet als Informationsquelle

Wer heute etwas wissen will, schaut ins Internet. Aber Vorsicht: Ins Internet kann praktisch jeder Informationen einstellen, ohne dass sie wahr sein müssen. Mit „googeln“ allein ist es also nicht getan. Jede Information muss auf ihre Glaubwürdigkeit überprüft werden. Das ist schwierig. Helfen können Fragen wie: -    Wer hat die Informationen geschrieben? Ist eine Autorin oder ein Autor angegeben? Gibt es ein Impressum? Wird ein Datum genannt? -  Gibt es weitere Hinweise, woher die Information kommt? Ist eine Organisation oder eine Institution angegeben? Eine Universität? Eine Zeitschrift? Gibt es Hinweise darauf, wer die Seite bezahlt, z.B. durch die Werbung auf der Seite?

Geprüfte Informationen erhalten Kinder und Jugendliche, wenn sie spezielle Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche benutzen. Auf der Seite Blinde Kuh gibt es eine Übersicht zu Suchmaschinen für Kinder zu verschiedenen Wissensgebieten.

Das Internet bietet grenzenlose Informationen. Staaten, die die eigenen Medien zensieren, überwachen dementsprechend auch den Zugng ihrer Bürgerinnen und Bürger zum Internet. China z.B. kontrolliert die Internet-Bewegungen jedes Einzelnen. Kuba begrenzt bisher den Internet-Zugang an sich, es plant ein „Intranet“, in das nur zensierte und nicht beanstandete Seiten aufgenommen werden. Auch Saudi-Arabien, Iran und Süd-Korea zensieren Internet-Seiten. Eine Zugriffs-Beschränkung auf das Internet findet auch in demokratischen Ländern statt: Seiten, die zu Hass, Gewalt und Terror aufrufen, werden verboten.

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buchtipps

Christiansen, Sabine und Janosch (Hg.): Gibt es hitzefrei in Afrika? So leben die Kinder dieser Welt.  (2006)
Zu 99 Stichworten werden Fragen zum Kinderleben rund um die Welt beantwortet.

Petersen, Kristina (Hg.): Der Fischer Weltalmanach für Kinder. Das logo!-Länderlexikon (2007)
Informationen zu Lage, Geschichte, Politik und Wirtschaft aller 194 Staaten mit „Steckbrief“, Fotos und Landkarten.

Tworuschka, Monika und Udo: Lexikon „Weltreligionen Kindern erklärt“
(2003)

Lexikon über die Weltreligionen für Kinder ab 10 Jahren. Gänzlich fehlen allerdings die Religionen Afrikas.

deine rechte

Kinder benötigen besonderen Schutz und haben deshalb auch besondere Rechte. Alles über die "Konvention über die Rechte des Kindes" und viele Informationen zu dem Thema findest Du auf den younicef-Kinderrechte-Seiten.

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Am 12.12. ist Kinderfernsehtag! Dieser steht dieses Jahr unter dem Motto "Respekt für Kinder".