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Happy Birthday, UNICEF! | Foto: UNICEF/Pirozzi

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UNICEF hat Geburtstag

Am 11. Dezember 1946 wurde UNICEF gegründet

Baustein 1

11. Dezember 2011 - Es begann mit Milch, Fett und Lebertran: Vor 65 Jahren, am 11. Dezember 1946, riefen die Vereinten Nationen ihr Kinderhilfswerk UNICEF ins Leben, um Kriegskindern im zerstörten Nachkriegseuropa zu helfen. Doch beinahe wäre es gar nicht erst dazu gekommen.

Hilfe für Kinder in Europa nach dem 2. Weltkrieg

1948 in Deutschland: Eine Krankenschwester verteilt Lebertran an deutsche Kinder | Foto: UNICEF
Lupe1948 in Deutschland: Eine Krankenschwester verteilt Lebertran gegen Kinderkrankheiten an deutsche Kinder.

Herbert Hoover, Ex-Präsident von Amerika und Organisator von Hilfsaktionen, zeigte sich erschüttert über das Elend in den Trümmern in Europa nach dem 2. Weltkrieg. Damals sagte er: „Von der russischen Grenze bis zum Ärmelkanal gibt es heute 20 Millionen Kinder, die nicht nur schwer unterernährt sind, sondern zunehmend an Tuberkulose, Rachitis und Blutarmut leiden. Wenn Europa eine Zukunft haben soll, dann muss etwas für diese Kinder getan werden.“ Doch der Krieg war kaum vorbei, da begannen die ehemaligen Besatzungsmächte von Deutschland schon wieder auseinanderzudriften. Ende 1945 senkte sich der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West. Was sollte aus den Kindern werden?

Die Nothilfeorganisation UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration), bekannt durch ihre Schulspeisungen, sollte ihre Lebensmittelhilfe 1946 wieder einstellen. Gemeinsam mit Fiorello La Guardia, dem Bürgermeister von New York und letztem Generaldirektor der UNRRA, und Dr. Ludwik Rajchman vom UN-Gesundheitsdienst kämpfte der amerikanische Ex-Präsident Hoover um eine Fortsetzung des Engagements. Letztendlich setzte sich beim damaligen Völkerbund die Einsicht durch, dass es so etwas wie ein „feindliches Kind“ nicht gibt. Das Wohl der Kinder geht alle an. Und UNICEF, der „United Nations International Children’s Emergency Fund“, wurde aus der Taufe gehoben.

1946: Kinder im vom Krieg zerstörten Deutschland brauchten Nahrungsmittel und Medikamente | Foto: UNICEF
1946: Kinder im Nachkriegsdeutschland brauchten Hilfe.

Wenige Tage nach der Gründung erhielt der damalige amerikanische Außenminister George C. Marshall einen etwas ungewöhnlichen Brief. Der frischernannte UNICEF-Exekutivdirektor Maurice Pate bat darin um ein „Glas Milch und ein wenig Fett aufs Brot, um Millionen hungrige Kinder in Europa und China zu versorgen.“ Sein Vorgehen war bezeichnend für den Stil von UNICEF: unverzüglich und ohne Umschweife ans Werk zu gehen – mit klaren Zielen und Forderungen an diejenigen, die die diese Ziele finanzieren konnten. In den Jahren von 1947 bis 1950 versorgte UNICEF sieben Millionen Kinder in 14 Ländern Europas mit Milch, Fett, Lebertran und Medikamenten, impfte elf Millionen Kinder gegen Tuberkulose und lieferte Rohmaterial für Decken, Kleidung und Schuhe. Auch deutsche Kinder erhielten Hilfe.

Von der Nothilfe zur Entwicklungsorganisation

UNICEF will den Kindern helfen – jeden Tag, weltweit | Foto: UNICEF/Froger
LupeUNICEF will den Kindern helfen – jeden Tag, weltweit.

Von der einstigen Nothilfeorganisation hat sich UNICEF zu einer Weltorganisation entwickelt, die sich dafür einsetzt, dass die Rechte der Kinder in jedem Land der Erde verwirklicht werden. Damals wie heute setzt UNICEF sich für jedes Kind ein – unabhängig von Hautfarbe, Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder politischer Einstellung. Dieses Mandat lässt auch die hungernden Kinder in Somalia hoffen: Mitarbeiter wurden von Milizen in der Stadt Baidoa zwar gezwungen, ihr Büro zu räumen. Doch UNICEF wäre nicht UNICEF, wenn nicht alle Möglichkeiten geprüft würden, die Hilfsgüter auf anderen Wegen in die Hungerregion zu bringen. Denn jedes Päckchen Erdnusspaste, jede Packung therapeutische Milch hilft, Leben zu retten. „Der Hunger ist ein stummer Gast, der wie ein Schatten kommt. Er sitzt dreimal täglich neben jeder angsterfüllten Mutter. Er ist vernichtender als Kriegsheere. Alle moralischen Werte schmelzen vor seinem Eindringen dahin. Er zerstört jeden Fortschritt der Zivilisation. Aber wir können diese Menschen vor dem Schlimmsten bewahren – wenn wir es nur wollen“, sagte Herbert Hoover am 19. Mai 1946 in Chicago. UNICEF will den Kindern helfen – jeden Tag, weltweit.